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Filmstart: 4.2.
Regie: Philippe Lioret;
Darsteller: Vincent Lindon, Firat Ayverdi, Audrey Dana, Derya Ayverdi, Thierry Godard, Selim Akgül, Firat Celik, Murat Subasi
Der junge Kurde Bilal aus dem Irak hat zu Fuß ganz Europa durchquert, um zu seiner Freundin nach London zu gelangen. Auf der letzten Etappe über den Ärmelkanal wird der Flüchtling im LKW-Versteck erwischt. Aber Bilal gibt nicht auf, er will ans Ziel – selbst wenn er die ganze Strecke schwimmen muss. Beim Training im lokalen Hallenbad trifft er auf den ruppigen Bademeister Simon. Weil der seine Ex-Frau beeindrucken will, gibt er plötzlich den Gutmenschen und hilft dem Kurden nicht nur bei der Kraul-Technik. Das bringt alsbald Ärger mit den Behörden, denn Menschlichkeit gegen Illegale verstößt in Frankreich gegen das Gesetz. Eine verkitschte Migranten-Geschichte à la „Lindenstraße" könnte man einwenden. Eine, bei der die Figuren aus der Klischeekiste kommen und risikoscheu in gut und böse aufgeteilt werden. Doch der Zweck heiligt die Mittel, immerhin gelingt Regisseur Philippe Lioret („Die Frau des Leuchturmwärters") nicht nur, den anonymen Flüchtlingsschicksalen ein emotionales, individuelles Gesicht zu geben. Mehr noch: Sein Film hat in seiner Heimat für einen Polit-Skandal gesorgt: ganz so rosig sieht es in der Wirklichkeit der Grande Nation mit „Liberté, Fraternité. Egalité" nicht gerade aus.
Dieter OßwaldStand: 26.1.2010